Veranstaltungen

24.10.2018 (Mittwoch) 19:30

Maxim Kantor - Rotes Licht

Lesung & Gespräch
Ort: Literaturhaus

Über drei Generationen erzählt Maxim Kantor die Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts zwischen Deutschland und Russland: Von der Russischen Revolution bis zum Ende der UdSSR, vom Aufstieg Hitlers bis zu Putins Krieg auf der Krim spannt sich der historische Bogen.

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24.10.2018 (Mittwoch) 19:30
Maxim Kantor - Rotes Licht
30.10.2018 (Dienstag) 19:30

Oksana Sabuschko - Der lange Abschied von der Angst

Lesung & Gespräch 
Literaturhaus

Etwas mehr als einen Monat nach dem Terroranschlag im Bataclan am 13.11.2015 ist Oksana Sabuschko zu Gast in Paris. Die Erfahrung in der paralysierten Metropole lässt die ukrainische Autorin in ihrem klugen Essay über das Verarbeiten von Angst, hervorgerufen durch Krieg und Terror, reflektieren.

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„Literatur ist ein Medium der Geduld, der geschärften Wahrnehmung. Und sie leistet das Paradox, glücklich zu machen, auch wenn sie von Unglück spricht“ 

( Ilma Rakusa)

Istvan Eörsi - Hiob und Heine

14.11.2000

ISTVAN EÖRSI
HIOB UND HEINE

Lesung & Gespräch (ungarisch/deutsch)

„Das Buch Hiob verewigt den denkbar krassesten Ausnahmefall, denn es handelt von Unglück und Revolte eines von Gott persönlich ausgewählten Menschen.“

Hiob, in Asche sitzend, mit einer Tonscherbe schabt er seine eitrigen Schwären, die verkrätzte Haut. Sein Körper verstümmelt, seine Worte heiser bis zum Verstummen, sucht er nach dem Sinn seiner Leiden. An Gottes Gerechtigkeit möchte er nicht zweifeln, genausowenig aber an seiner eigenen Schuldlosigkeit. Auf seine bohrenden Fragen und Klagen aber erhält er als Antwort nur – das Schweigen Gottes.

Anhand der exemplarisch zu lesenden Geschichte Hiobs unternimmt Istvan Eörsi – er zählt zu den bedeutendsten ungarischen Autoren der Gegenwart – den waghalsigen Versuch, abzulesen, „wohin uns die Verzweiflung treibt, wenn unsere Weltanschauung nicht mit unserer Situation in Einklang zu bringen ist.“ Und er spannt dabei einen weiten Bogen bis in das 20. Jahrhundert, das solche Konflikte zwischen Ideal und Wirklichkeit in unzähligen Variationen produziert hat. Vor dem Hintergrund der Geschichte des letzten Jahrhunderts kann Gott sich schliesßlich nur noch wünschen, dass alle Menschen Atheisten wären.

Istvan Eörsi ist ein Fragender, ein Zweifelnder. In immer neuen Variationen und mit unerbittlicher Ironie – für die Heinrich Heine als Pate aufgerufen wird – treibt er die Geschichte Hiobs quer durch Epochen und Kulturen, und was entsteht, ist ein verdichtetes Bild unserer jüdisch-christlichen Kultur. Dabei hat Istvan Eörsi keine Antworten, schon gar keine letzten. Umso überzeugender ist dieses Buch.

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