Veranstaltungen

24.10.2018 (Mittwoch) 19:30

Maxim Kantor - Rotes Licht

Lesung & Gespräch
Ort: Literaturhaus

Über drei Generationen erzählt Maxim Kantor die Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts zwischen Deutschland und Russland: Von der Russischen Revolution bis zum Ende der UdSSR, vom Aufstieg Hitlers bis zu Putins Krieg auf der Krim spannt sich der historische Bogen.

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24.10.2018 (Mittwoch) 19:30
Maxim Kantor - Rotes Licht
30.10.2018 (Dienstag) 19:30

Oksana Sabuschko - Der lange Abschied von der Angst

Lesung & Gespräch 
Literaturhaus

Etwas mehr als einen Monat nach dem Terroranschlag im Bataclan am 13.11.2015 ist Oksana Sabuschko zu Gast in Paris. Die Erfahrung in der paralysierten Metropole lässt die ukrainische Autorin in ihrem klugen Essay über das Verarbeiten von Angst, hervorgerufen durch Krieg und Terror, reflektieren.

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„Literatur ist ein Medium der Geduld, der geschärften Wahrnehmung. Und sie leistet das Paradox, glücklich zu machen, auch wenn sie von Unglück spricht“ 

( Ilma Rakusa)

György Konrad "Glück"

19.04.2004

GYÖRGY KONRAD
GLÜCK

Lesung & Gespräch  

'Im Februar 1945 saßen wir in einem stehenden Viehwaggon auf einer Bank, ich konnte mich nicht losreißen von der offenen Tür. Weg von Budapest wollte ich, nach Hause, ich will kein Gast sein, deshalb diese einwöchige Reise nach Berettyóúijfalu, von wo aus unsere Eltern verschleppt wurden und wir Kinder am letzten Tag vor der Deportation verschwunden sind.'

'Erinnern ist Aufruhr', schreibt Györgi Konrád, Friedenspreisträger und einer der bedeutendsten ungarischen Autoren, in einem seiner Essays. Im Bewußtsein, daß keine Gegenwart gelingen kann ohne das Erinnern von Geschichte, ist auch sein jüngster, autobiographischer Roman 'Glück' geschrieben, der zurückführt zum 19. März 1944, als die Deutschen Ungarn besetzten. Die Eltern werden deportiert, der elfjährige Junge und seine Schwester Eva verlassen ihr Dorf, kommen bei Verwandten in Budapest unter, in einem Haus mit einem gelben Stern. Nüchtern und lakonisch, in ständigem Wechsel zwischen Bildern eines geborgenen Aufwachsens und dem schonungslosen Blick auf die Erfahrung des letzten Kriegsjahres, erzählt der Roman vom 'Weggehen und Heimkommen' (so der ungarische Originaltitel) und vom zufälligen und ambivalent erfahrenen Glück des Überlebens: 'Meine Mutter und mein Vater kehrten Ende Mai 1945 aus einem österreichischen Konzentrationslager zurück. Sie machten das Haus sauber und brachten das Geschäft wieder in Gang.' Auch die Kinder kommen zurück, sie haben als einzige der jüdischen Kinder des Dorfes überlebt. 'Weißt du, daß du anstelle der anderen lebst?', wird der Junge gefragt. 

György Konrád, geboren 1933 in Debrecen, Studium der Soziologie, Psychologie und Literatur, lebt in Budapest und Berlin. Autor zahlreicher Romane und Essays, zuletzt u.a.: 'Die unsichtbare Stimme' (Essays, 1998); 'Der Nachlaß' (Roman, 1999) und 'Der dritte Blick. Betrachtungen eines Antipolitischen' (2001). Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1991, Karls-Preis 2001. Seit 1997 ist Konrád Präsident der Akademie der Künste in Berlin. Der Roman 'Glück' erschien 2003 im Suhrkamp Verlag. 

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