Veranstaltungen

24.10.2018 (Mittwoch) 19:30

Maxim Kantor - Rotes Licht

Lesung & Gespräch
Ort: Literaturhaus

Über drei Generationen erzählt Maxim Kantor die Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts zwischen Deutschland und Russland: Von der Russischen Revolution bis zum Ende der UdSSR, vom Aufstieg Hitlers bis zu Putins Krieg auf der Krim spannt sich der historische Bogen.

Weiterlesen …

24.10.2018 (Mittwoch) 19:30
Maxim Kantor - Rotes Licht
30.10.2018 (Dienstag) 19:30

Oksana Sabuschko - Der lange Abschied von der Angst

Lesung & Gespräch 
Literaturhaus

Etwas mehr als einen Monat nach dem Terroranschlag im Bataclan am 13.11.2015 ist Oksana Sabuschko zu Gast in Paris. Die Erfahrung in der paralysierten Metropole lässt die ukrainische Autorin in ihrem klugen Essay über das Verarbeiten von Angst, hervorgerufen durch Krieg und Terror, reflektieren.

Weiterlesen …

„Literatur ist ein Medium der Geduld, der geschärften Wahrnehmung. Und sie leistet das Paradox, glücklich zu machen, auch wenn sie von Unglück spricht“ 

( Ilma Rakusa)

Peter Waterhouse - Krieg und Welt

16.01.2007

PETER WATERHOUSE

KRIEG UND WELT

Lesung & Gespräch

„Der ganz kleine Sohn beobachtete den Vater und sah, dass der sich ihm nicht zukehrte, wie zu einem anderen sprach, aber nichts sprach. Das Kind sagte zu sich: Der kann vielleicht mit den Toten sprechen. Erzähl etwas von denen, dachten das Kind und der Heranwachsende. Und bat den Vater: Erzähl etwas.

– Was soll ich erzählen? – Was du willst. – Ich weiß nichts zu erzählen. – Erzähl etwas von deinem Dorf. – Nein. – Erzähl mir davon, wo du überall gewesen bist. – Was soll ich dir davon erzählen?“ Ausgangspunkt dieses Buches ist die Figur des Vaters, der lange Jahre für den britischen Geheimdienst gearbeitet hat. Immer wieder – es sind Nachkriegszeiten, und es ist Kriegszeit – war der Vater fort, ohne Ankündigung und auf unbestimmte Zeit. Kehrte er wieder, erzählte er nichts. Einmal, er war für drei Wochen im Dschungel Malaysias gewesen, konnte er dem Kind nicht in die Augen schauen. Aus solchen Zeichen werden Ahnungen.

Das Kind entwickelt Antennen für Verborgenes, und sie sind es auch, die das Erzählen leiten. Bei frühesten Eindrücken, noch nicht überformt von Kategorien, setzt der Erzähler an, ihnen spürt er nach und setzt sie in Verbindung zu später Gehörtem, Gesehenem, übersetzt sie. Annäherung und Verrat, Sprache und Aufdeckung, Geheimnis und Klang verbinden sich in diesem Buch, das fast eine Biographie entstehen lässt, das die eigene Poetik entwirft und eine aus alten Festlegungen befreite Ordnung. 

Peter Waterhouse, geboren 1956 in Berlin, Studium der Germanistik, Anglistik und Philosophie. Lebt in Wien. Zahlreiche Preise und Veröffentlichungen, zuletzt „Prosperos Land“ (Gedichte, 2001). „(Krieg und Welt)” ist 2006 im Verlag Jung und Jung erschienen.

Zurück