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11.09.2019 (Mittwoch) 19:30

Zsófia Bán - Der Sommer unseres Missvergnügens

Lesung & Gespräch (ungarisch/deutsch)
Literaturhaus Salzburg

Zehn profunde Essays über das Nachwirken unverarbeiteter Geschichte und die Zumutungen der europäischen Gegenwart – zugleich eine scharfsinnige und inspirierende Auseinandersetzung mit der Darstellungsmacht von Kunst und Literatur.

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„Literatur ist ein Medium der Geduld, der geschärften Wahrnehmung. Und sie leistet das Paradox, glücklich zu machen, auch wenn sie von Unglück spricht“ 

( Ilma Rakusa)

Zsófia Bán - Der Sommer unseres Missvergnügens

11.09.2019 (19:30)

ZSOFIA BÁN
Der Sommer unseres Missvergnügens

Lesung & Gespräch (ungarisch/deutsch)

Literaturhaus Salzburg

Zehn profunde Essays über das Nachwirken unverarbeiteter Geschichte und die Zumutungen der europäischen Gegenwart – zugleich eine scharfsinnige und inspirierende Auseinandersetzung mit der Darstellungsmacht von Kunst und Literatur.

»Vielleicht ist es ja doch nicht ganz so sicher, dass man über das, worüber man nicht reden kann, schweigen sollte.« Zsófia Bán, die sich als Autorin subtiler, von Empathie und Formwillen durchdrungener Prosa einen Namen gemacht hat, beschreitet in ihren Essays viele Wege, um sich eine einzige Frage zu beantworten: Wie umgehen mit Verlusten, die nicht aufzuarbeiten sind? Mit dem Mangel an Wissen, mit dem Verleugneten und Verschwiegenen? Eine Reise führt sie nach Terezín, die Kleinstadt in Tschechien, von Menschen bewohnt und dennoch mit »greifbarer, tastbarer, gespenstischer Leere gefüllt«. Sie weiß, dass ihre Mutter dort war und das KZ überlebt hat. Warum überfällt sie im Museum dennoch die Angst, ihr auf einem Bild zu begegnen? Weil Fotos etwas zeigen, was wir nicht wissen, nur erahnen können? Es ist dieses Verhältnis von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, es sind die Leerstellen, die »Orte des Mangels«, die unüberschaubaren Wissenslücken und die von ihnen verursachte Melancholie, denen Zsófia Bán in ihren Lektüren, in Auseinandersetzung mit Filmen und theoretischen Entwürfen auf die Spur kommen will. Inspirierte Leserin und unerbittliche Kritikerin der ungarischen Verhältnisse, findet sie einen Ausweg in der »negativen Befähigung«: einer Haltung, die es erlaubt, im Zustand der Unsicherheiten und Zweifel die Vitalität des Widerstands zu finden.

Zsófia Bán, 1957 geboren in Rio de Janeiro, aufgewachsen in Brasilien und Ungarn, ist eine namhafte Literatur-und Kunstkritikerin. Sie hat in Filmstudios gearbeitet, war Ausstellungskuratorin und lehrt  Amerikansitik in Budapest. Ihr erstes literarisches Werk „Abendschule“ erhielt 2008 den Attila-Jószef-Preis, ihr Band „Als nur die Tiere lebten“ (aus dem Ungarischen übersetzt von Terezia Mora) fand große Beachtung. "Der Sommer unseres Missvergnügens" (aus dem Ungarischen von Terezia Mora) ist im Verlag Matthes & Seitz erschienen.

 

 

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