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Drago Jancar - Slowenien

Ort: Literaturhaus Salzburg

Lesung & Gespräch (slowenisch/deutsch)

Veranstalter: prolit
© Joze Suhadolnik

Drago Jancar - Wenn die Liebe ruht

Die Stadt Maribor in der Südsteiermark wurde nach dem Ersten Weltkrieg Slowenien zugeschlagen, die deutschsprachige Bevölkerung langsam verdrängt. Als die deutsche Wehrmacht 1941 einmarschierte, ging es wieder rückwärts. In dieser Zeit beginnt Drago Jancars vielfach verschachtelter Roman. Wir schreiben das Jahr 1944. Partei und Behörden sind dabei, Maribor „wieder deutsch“ zu machen.

Die junge Medizinstudentin Sonja erkennt in dem SS-Offizier, den sie auf der Straße in Maribor trifft, Ludek wieder, der sie als Kind beim Skifahren aus dem Schnee gezogen hat. Ludek heißt jetzt Ludwig und ist überzeugter Nationalsozialist. Sonja bittet ihn um Hilfe für ihren inhaftierten Freund Valentin, sie zahlt für seine Hilfe einen hohen Preis. Doch Valentin, der bei den Partisanen kämpft und später im Kommunismus Karriere macht, dankt Sonja ihren Einsatz nicht. Stilistisch brillant lotet Jancar in seinem preisgekrönten Roman große Themen aus: wie weit wir bereit sind zu gehen und was es heißt, zu lieben in Zeiten des Kriegs.

Drago Jančar, geboren 1948 in Maribor, lebt in Ljubljana und gilt als der bedeutendste zeitgenössische Autor seines Landes. Seine Romane, Essays und Stücke wurden in viele Sprachen übersetzt. 1974 wurde er wegen „feindlicher Propaganda“ inhaftiert. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen: u. a. Prešeren-Preis (1993), Europäischer Preis für Kurzprosa (1994), Jean-Améry-Preis für Essayistik (2007) und Prix Européen de Littérature (2012). „Wenn die Liebe ruht“ ist im Zsolnay Verlag erschienen.

 

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