Ort: Literaturhaus Salzburg
Lesung & Gespräch
Veranstalter: prolit
in Kooperation mit dem Fachbereich Slawistik
Moderation: Eva Hausbacher
Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen.
„Unser altes Leben ist (…) in Moskau geblieben. Man kann es weder wiederbeleben noch imitieren, indem man sich mit vertrauten Gegenständen umgibt. Die Spuren einer fast hundertjährigen Familiengeschichte, zumal gleich zweier Familien, lassen sich nicht in zwei Koffern verstauen.“
Irina Scherbakowa gehört zu den bedeutendsten russischen Oppositionellen. Sie ist Mitbegründerin der Menschenrechts-Organisation Memorial, die 2022 mit dem Friedens-Nobelpreis ausgezeichnet wurde.
In „Der Schlüssel würde noch passen“ beleuchtet die Autorin die kurzen Jahre der Perestroika, des politischen Aufbruchs und der Freiheit. Sie folgt ihrer Familiengeschichte, erinnert sich an Freunde, Schriftsteller und Mitstreiter und verbindet die biografische Geschichte mit luziden Reflexionen über das scheinbar unaufhaltsame Abgleiten Russlands in die Diktatur. Scherbakowas „Moskauer Erinnerungen“ sind dicht verwoben mit der Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert und zugleich mit ihrem lebenslangen Kampf gegen Staatsterror und für eine Kultur des Erinnerns und des Widerstands.
Irina Scherbakowa, geboren 1949 in Moskau, studierte Germanistik und Geschichte, arbeitete als Übersetzerin, Journalistin und Kulturwissenschenschaftlerin. Seit 2022 lebt sie in Deutschland im Exil. "Der Schlüssel würde noch passen" ist im Verlag Droemer Knaur erschienen.