Ort: Rupertus Buchhandlung
Lesung & Gespräch
Veranstalter: prolit
in Kooperation mit der Rupertus Buchhandlung
Z Ypsilon X
„Ein Vergehen, was war das? Wenn etwas verging – das war ein Vergehen? Die Vergangenheit wurde zu einem Vergehen? Aber sie vergeht nicht. Sie geht. Sie ist ein Gang. Die Toten gehen.“
Drei Bände, mehr als 1500 Seiten, dreieinhalb Millionen Zeichen. Ein Befragen familiärer Geschichte, ein Befragen von Vergangenem, das hereinreicht ins Jetzt, ein Befragen von Sprache in und mit Sprache, ein Neubuchstabieren von Welt: Z Ypsilon X.
In seinem nach „(Krieg und Welt)“ zweiten monumentalen Prosawerk folgt Peter Waterhouse den biografischen Spuren des Großvaters Edgar Alker, vor allem aber folgt er dessen Lektüren, den Widmungen, Notizen und Unterstreichungen in den Werken, die er gesammelt hatte. Der Großvater war Kenner und Verehrer der Werke von Karl Kraus, er war Leser von Trakl, Dickens, Peter Altenberg. Und er war Hauptschriftleiter beim „Kleinen Blatt“, beförderte die Propaganda des NS-Regimes – ein kaum auflösbarer Widerspruch, der dem Autor zum Ausgangpunkt seines sich tastend und zögernd immer weiter fortsetzenden Lesens, Fragens und Schreibens wird.
„Z Ypsilon X“ verweigert sich jeder einlinigen und behauptenden Deutung von Welt. Stattdessen eröffnen sich bei der Bewegung durch diesen Text Räume des Möglichen, das die Wahrnehmung des Wirklichen zu verschieben, zu erweitern, zu verändern weiß.
Peter Waterhouse, 1956 in Berlin geboren, lebt in Wien und in St. Veit im Jauntal/Št. Vid v Podjuni. Nach dem Studium der Germanistik und Anglistik promovierte Waterhouse 1984 mit einer Arbeit über Paul Celan. Als Autor verfasst er Lyrik, Prosa, Essays, zudem ist er als Übersetzer aus dem Englischen und Italienischen tätig. „Z Y Ypsilon X“ ist bei Matthes & Seitz erschienen.