Sergej Lebedew

Ort: Literaturhaus Salzburg

Lesung & Gespräch (russisch/deutsch)

Veranstalter: prolit

in Kooperation mit dem Fachbereich Slawistik

Moderation und Übersetzung: Peter Deutschmann

© Marzena Skubatz/laif

Die Beschützerin

Literatur als Ausgrabung, als Expedition in die Tiefe, als Sichtbarmachung: Der neueste Roman des russischen, im Exil lebenden Autors Sergej Lebedew führt ins Jahr 2014: eine malaysische Passagiermaschine wird abgeschossen, ihre Trümmer liegen verstreut in der Landschaft im Donbass, im Osten der Ukraine, nahe einem Stollen, in dem sich Massengräber aus dem Zweiten Weltkrieg befinden. Hier lebt auch Marianna, die „Beschützerin“, zu Sowjetzeiten war sie Leiterin der Wäscherei der Bergwerkssiedlung, hat Kohlestaub aus der Kleidung gewaschen. Nun ist sie an Krebs erkrankt, ein langsames Sterben. Die Tochter Shanna wird sie begleiten, sie bricht ihr Studium in Charkiw ab und kehrt zurück in den Donbass, der bereits von russischen Separatisten eingenommen ist.  

Schicht für Schicht legt der gelernte Geologe Sergej Lebedew in seinem furiosen Roman sowjetisch-russische Gewaltgeschichte offen und zieht schonungslos Verbindungen zur Gegenwart.  

Sergej Lebedew, geboren 1981 in Moskau, lebt derzeit in Potsdam im Exil. Studium der Geologie, journalistische Arbeiten. Veröffentlichte einige Romane sowie als Herausgeber den Band „Njet! Stimmen aus Russland gegen den Krieg“ (2025). „Die Beschützerin“ ist in der Übersetzung von Franziska Zwerg im S. Fischer Verlag erschienen.

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